Die Stadt in diesem Land, das immer noch von Krieg, Bürgerkrieg und Selbstmordattentaten erschüttert wird, den Menschen Sicherheit gibt. Hier können sich Iraker schiitischer oder sunnitischer Religion, Kurden, aramäische Christen und Ausländer frei bewegen. Die Vereinten Nationen haben in Arbil deshalb ein Büro, viele westliche Länder - auch Deutschland - sind in Arbil mit diplomatischen Vertretungen präsent.
Geschäftsleute aus der arabischen Welt, aus Europa und Ostasien strömen deshalb in die Stadt. Für sie ist sie die Tür zum Irak, in der man einen Fuß haben möchte, wenn irgendwann Frieden in diesem wirtschaftlich wichtigen Land des Nahen Ostens einkehrt. Auf den neuen sechsspurigen Stadtautobahnen drängen sich die Autos, kaum eines ist älter als fünf Jahre.
Der Wirtschaftsboom im kurdischen Teil des Iraks hat auch andere Provinzstädte erreicht. Die nahe der iranischen Grenze gelegene Universitätsstadt Sulaimanije etwa, die als das kulturelle Zentrum Kurdistans gilt, oder die Halbmillionenstadt Dohuk. Auf den Hauptstraßen über Land zu fahren, ist relativ sicher. Ab und zu kontrollieren kurdische Polizei- und Militärposten die Autos und Papiere der Reisenden. Wir sollen aufpassen, dass wir nicht versehentlich auf die Autobahn nach Kirkuk, Mossul oder gar in Richtung Bagdad geraten, warnt man uns wieder und wieder.