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Kurdistan: Zwischen Irak und Iran

Sechzig Jahre sind vergangen seit dem Untergang der kurzlebigen kurdischen Republik von Mahabad. Ein heilsames Zwischenspiel, weil seit 1946 Motor für ein Volk ohne Staat, das von einer Geschichte träumt, die sich wiederholen könnte. Doch die 5-6 Millionen Kurden im Iran haben müssen bis heute für diese kurzen Phase der Autonomie bezahlen. Die Aktualität bricht sich regelmäßig Bahn: Die Repression der teheranischen Zentralregierung, vom Schah bis hin zu Mahmud Ahmedinedschad, ist in dieser sensiblen und strategischen Region im Nordwesten Irans immer weiter gegangen.

Es reicht, durch die Straßen des Basars von Mahabad im Herzen des iranischen Kurdistans zu schlendern, um chinesische Kacheln kaufen zu können... die aus dem Irak importiert wurden. Selbstverständlich aus dem irakischen Kurdistan. Es gibt unzählige Schmuggelwege für den kleinen Profit zwischen Iran und Irak.

Zwei Grenzübergänge zum iranischen Gebiet werden am meisten genutzt, die Städte Sardascht im Süden und Piranschar mehr im Norden. Auf Hügeln gelegen vermittelt Sardascht den Eindruck eines pittoresken Dörfchens. 

Bei einem Blick auf die Straßenkarte sieht Sardascht eher nach einer Sackgasse aus. Aber die zahlreichen mit Staub bedeckten Geländewagen überwiegend der Marken Toyota und Nissan, die auf den Straßen von Sardascht zu sehen sind, lassen erahnen, dass auf den Bergstraßen zwischen den beiden Kurdistans reger Transitverkehr herrscht.

« Wir kommen ohne Probleme in den Irak, ob wir nun nach Arbil, Kirkuk oder Suleimaniye wollen », bemerkt Jafar, Kunde in einer der seltenen Teestuben der Stadt. « Man braucht drei Stunden, um von Sardascht aus über Feldwege ins irakische Kurdistan zu kommen. Man braucht kein Visum, bei einer Polizeikontrolle reicht der Reisepass. » Sechs Stunden dauert die Fahrt über die asphaltierten und kontrollierten Straßen von Mahabad nach Arbil, dem neuralgischen Zentrum des irakischen Kurdistan. Aber es braucht die doppelte Zeit, wenn man über die Berge fährt.

Irakische Bananen Ob aus der Region oder organisiert, der Schmuggel bringt Obst, Whisky, Wodka, Tee und andere Produkte aus den kurdischen Zentren im Irak in das iranische Kurdistan. Während der Großteil der Schmuggelware den Weg über Sardascht nimmt, wird Alkohol nur über Piranschar in das iranische Kurdistan gebracht. « Seit der Kurde Talabani im Irak an der Macht ist, sind die Beziehungen zwischen Teheran und Bagdad gespannt.

Der Iran hat Angst. Die Grenzen werden stärker überwacht und der Schmuggel hat sich ausgeweitet », ergänzt Saed, der Bruder von Jafar. Die Mehrheit der iranischen Kurden hat noch Familie im Irak, insbesondere in der Region von Arbil. Die iranischen Kurden dürfen zweimal im Jahr ins irakische Kurdistan reisen, eine Gelegenheit, um die Familienbande zu erhalten und Schmuggelreisen damit zu kombinieren. Heute werden nur 10 % des Warenaustausches zwischen den beiden Kurdistans auf offiziellem Weg abgewickelt.

Der unsichtbare Teil des Eisbergs, der Schmuggel, ist unverzichtbar, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch des iranischen Kurdistans zu verhindern. « Alle Bananen in den Auslagen unserer Geschäfte stammen aus dem Irak », illustriert Saed, offenkundig stolz darauf, ein treffendes Beispiel gefunden zu haben. « Wir haben vor allem mit den Kurden im Irak Beziehungen, wegen der geografischen Nähe und wegen der Repression der türkischen Regierung gegenüber unserem Volk.

Es ist schwieriger, in das türkische Kurdistan zu kommen als in den Irak. Der Grund dafür ist offensichtlich: im Irak gibt es eine kurdische Regionalregierung, die der Bewegungsfreiheit von Menschen und Waren positiv gegenüber steht », fügt er hinzu. Dennoch existieren sehr wohl Beziehungen zwischen dem iranischen und dem türkischen Kurdistan. Wie für den örtlich begrenzten, aber reellen Schmuggel von Cremes, Haarfärbemitteln und anderen Kosmetika aus der Türkei, die für das iranische Kurdistan bestimmt sind.

Eine Fahrt über die Grenzübergänge, um in das 50 km von irakische Grenze entfernte Mahabad zu gelangen, ist gefährlicher. Das System des Bakschisch besteht unverändert. Aber die Händler bevorzugen die nächtliche Passage, die nachgewiesenermaßen einfacher ist. Und was ist mit den Exporten kurdischer Produkte aus dem iranischen in das irakische Kurdistan? « Sehen Sie sich doch um. Was könnten wir denn exportieren? », fragt Saed zum Abschluss desGesprächs, und gibt selbst die Antwort: « Nichts. »

Grenze

Sardasht