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Erbil-Hauptstadt > Politik > andere Irak

Mit einer Werbekampagne

Mit einer Werbekampagne sollen Touristen und Investoren angelockt werden.
Die Werbespotts mit Titeln wie "Thank You", "The Other Iraq" und "Share the Dream" sprechen von einem Land, in dem Amerikaner mit offenen Armen begrüßt werden, eine demokratische Regierung mit Hilfe einer wohlausgebildeten Armee für eine sichere Umgebung für Touristen sorgt und der wirtschaftliche Aufschwung in vollem Gange ist.

Mit einem eigenen Internetauftritt und Fernsehwerbespotts präsentiert die Kampagne den Region Kurdistan Irak als sichere Küste in einem Meer aus Antiamerikanismus, Gewalttätigkeit und Stagnation.

Kurdische Truppen sorgen für Sicherheit

Die Peshmerga "Die dem Tod ins Auge sehenden" formierten sich während dem Untergang des Osmanischen Reichs, und verstanden sich als Kämpfer für ein unabhängiges Kurdistan. Trotz der oftmals umfassenden Versuche sukzessiver Regime den Widerstand der Kurden zu brechen, gelang es ihnen stets die schwerzugänglichen Berge Kurdistans zu ihrem Vorteil einzusetzen um Widerstand zu leisten oder ihr bloßes Überleben zu sichern.

Während der US-Invasion wurde die Truppe aufgerüstet und in ?Regionalgarde? umbenannt und ist inzwischen alleinig für die Sicherheit der Provinzen zuständig. Mit unzähligen Checkpoints entlang der Landstraßen und an den Dorf- und Stadteingängen sorgen sie dafür, dass die Gewalt aus benachbarten Städten wie Mosul und Kirkuk nicht überschwappt.

Das sie diesen Job erfolgreich verrichten, lässt sich daran erkennen, dass man sich heutzutage problemlos Dörfer wie das biblische Nineveh besuchen kann, ohne auch nur das geringste Gefühl von äußerer Bedrohung zu verspüren, während im 20 Kilometer entfernten Mosul ein Kopfgeld von 5.000 US-Dollar auf jeden Ausländer ausgesetzt ist, und die Überlebenszeit für Ortsfremde auf eine Stunde angesetzt.

Besucher erwartet ein warmer Empfang

Doch solche Gedanken lassen sich schnell vergessen, wenn man ein paar Tage in den Dörfern und Städten verbringt und sich auf die kurdische Kultur einlässt. Selbst für Reisende mit Erfahrung im Nahen Osten ist die entgegengebrachte Freundlichkeit und Gastfreundschaft überwältigend.

Ist man aus vielen touristischen Ländern der Region gewohnt ein gesundes Misstrauen zu haben, da man sich als Ausländer oftmals mit überhöhten Preisen und verdeckten Verkaufsgesprächen konfrontiert sieht, begegnet man dort oftmals dem genauen Gegenteil. Einladungen zum Mittagsessen mit einer Familie, Weigerungen von Taxifahrern Geld von den Kunden anzunehmen und unaufdringliche Neugierde von jeder Person die man trifft, verblüffen immer wieder aufs Neue.

Verblüffend sind auch die umfassenden Investitionen in Infrastruktur und bauliche Großprojekte, welche vor allem rund um die Hauptstadt Erbil entstehen. Es scheint als würden die Kurden versuchen die verlorenen Jahre der letzten Jahrzehnte aufholen zu wollen.

american village in Erbil