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Erbil-Hauptstadt > Geschichte > Mittelalter

Eroberungen von Erbil

Nachdem die Sassaniden durch diearabische Muslimen besiegt worden waren, wurde das Gebiet muslimisch. Jahrhunderte später eroberte Imad ad-Din Zengi 1131 die Stadt. Von 1146 bis 1233 war Arbil Teil des Atabeyliks Arbil. Einer der lokalen Herrscher, Muzafferüddin Kökböri, hinterliess viele soziale Einrichtungen wie Waisenhäuser. Nach 1233 fiel die Stadt an die Abbasiden.

1397 fiel Tamerlan in die Stadt ein und zerstörte sie. Ab dem 16. Jahrhundert regierten die Osmanen über Arbil, und sie wurde Teil des Vilayets von Mosul. 1731 belagerte Nadir Schah, der spätere Herrscher Persiens, die Stadt und konnte sie nach langem Widerstand einnehmen. Trotzdem blieb die Stadt bis zum ersten Weltkrieg Teil des Osmanischen Reiches.

Während des Mittelalters wurde Arbil zu einer wichtigen Station auf der Handelsstraße zwischen Mosul und Bagdad.

Der beeindruckendste Schuttberg des Orients

Sumerern, Assyrer, Babyloniern - seit 7000 Jahren wird auf den Ruinen alter Dörfer gebaut

Als tschechische Archäologen im vergangenen Jahr in der Stadt Erbil, eine der ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen der Menschheitsgeschichte,  untersuchten, mussten sie nicht um ihre Sicherheit bangen. Denn Erbil gehört zu den drei von den Kurden verwalteten  des Iraks, in denen es - anders als in den weiter südlich gelegenen Landesteilen - keine Entführungen und nur sehr selten Terroranschläge gibt.

Fachlich gesehen stehen die Forscher in Erbil vor einer Herausforderung: Denn außer der Kopie eines 80 Jahre alten Katasterauszuges besitzt die kurdische Verwaltung keinerlei Pläne oder historische Dokumente zu den Bauwerken, die hoch über der Stadt auf der mehr als zehn Hektar großen Zitadelle thronen. Dabei handelt es sich bei der Zitadelle von Erbil um einen der beeindruckendsten Schuttberge des Orients.

So entstand ein künstlicher Hügel:
Wer die Stadt Erbil aus der Ferne betrachtet, glaubt, im Zentrum einen Berg vor sich zu sehen, den die Natur geschaffen hat und der möglicherweise wegen seiner strategisch günstigen Lage besiedelt und mit einer Abwehrmauer geschützt worden war. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Zitadellen-Hügel, der die kreisförmig um ihn herum angelegte moderne Stadt um etwa 30 Meter überragt, ist das Ergebnis einer etwa 7000 Jahre andauernden Bautätigkeit. Denn seit der Gründung des ersten Dorfes an dieser Stelle baute hier jede Gemeinschaft ihre Häuser auf den Ruinen und dem Schutt ihrer Vorgänger.

 Die Autonomieregierung der Kurden im irakische Kurdistan, deren Gebäude man von der Zitadelle aus sehen kann, hat mittlerweile mit ersten Planungen begonnen, um mit Unterstützung der UN-Kulturorganisation UNESCO einen Masterplan für die Restaurierung der aus islamischer Zeit stammenden Bauwerke zu erstellen.

Auch archäologische Grabungen auf dem Zitadellen-Hügel sind geplant, wobei das Abwasser, das hier bis vor kurzem unkontrolliert einsickerte, einige der Schichten des antiken Schutthügels bereits zerstört haben dürfte.

Ibrahim Chalil, der das Büro der Altertümerverwaltung auf dem Zitadellen-Hügel hütet, fühlt sich ein wenig einsam, seitdem die Familien vor zehn Monaten die Häuser geräumt haben. Gerne zeigt er Besuchern die Mullah-Effendi-Moschee mit dem farbigen Minarett und das angrenzende öffentliche Bad. In diesem Hammam mit seinen Steinbänken, Tonkrügen und Wasserbecken haben viele der Politiker, die heute unten in der Neustadt ihre Büros haben, als Kinder gebadet.

In einem der größeren Wohnhäuser auf der Zitadelle hat ein geschichtsbewusster Kurde ein Textilmuseum eingerichtet. In einigen anderen Häusern warten Verkäufer von Kunsthandwerk und Antiquitäten auf die nicht eben zahlreiche Kundschaft. "Wenn die Häuser fertig restauriert sind, sollen einige Dutzend Familien, die hier Kulturzentrum, Gastronomie und kleine Boutiquen betreiben werden, wieder auf der Zitadelle wohnen", erklärt Kanaan al-Mufti, der Vorsitzende der Antikenverwaltung.

Al-Mufti, dessen Bruder Präsident des kurdischen Autonomieparlaments ist, träumt von einem liebevoll restaurierten Zitadellen-Hügel, auf dem eines Tages Kulturtouristen spazieren gehen, die von Touristenführern begleitet werden. Doch momentan liegt noch dicker Staub auf dem Tisch des Konferenzraumes seiner Behörde, der in einem kleinen Gebäude direkt neben dem alten Badehaus liegt.

 

 




Salahadin al-Ayubi stammte aus einer kurdischen Familie und wurde zu Helden alle Moslemen
Als Sultan Saladin wurde er zu einem Mythos, zum größten aller Helden der muslimischen Welt und vorbildhaften islamischen Herrscher. Er eroberte im Jahr 1187 Jerusalem. als erfolgreicher Gegenspieler der Kreuzritter wurde er oft verklärt und romantisiert.