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Erbil-Hauptstadt > Geschichte > Antike Zeit

älteste durchgehend besiedelte Stadt

Arbil zählt zu den ältesten durchgehend besiedelten Städten der Welt. Das Alter der Stadt wird auf mehr als 4300 Jahre geschätzt. In der Ur-III-Zeit hieß der Ort Urbilum, bis in die Altbabylonische Zeit Urbel, die Assyrer nannten sie Arbail.  Die Griechen nannten sie Arbela.

Die Stadt war lange Zeit ein religiöses Zentrum für die Göttin Ischtar. In klassischer Zeit war die Stadt unter ihrem aramäischen Namen Arbela bekannt. Als Arbil unter medischer Herrschaft war, siedelte Kyaxares I. Stämme der Sagartier aus dem Zagros hier an. Als die Achämeniden die Meder ablösten, führte der Meder Phraortes einen Aufstand gegen Dareios I. an. Dareios I. besiegte die Aufständischen 521 v. Chr. und ließ dies auf der Behistun-Inschrift verewigen.

Nach der Niederlage der Perser gegen Alexander den Großen wurde Arbil Teil des Seleukidenreiches. Mit dem Sieg von 141 v. Chr. wurde Mithridates I. von Parthien zum Herrscher Mesopotamiens. Mehrfach wechselte die Stadt zwischen Parthern und Seleukiden. 88 v. Chr. eroberte Tigranes Arbil und besetzte Adiabene. Als aber die Römer Armenien bedrohten, bot er den Parthern als Gegenleistung für ihre Hilfe gegen Rom Adiabene an.

Später entwickelte sich Arbil zu Hauptstadt der mehr oder weniger autonomen Vasallen der Parther. Der erste bekannte König der lokalen Dynastie war Izates, der um 30 n. Chr. herrschte. Sein Nachfolger konvertierte zum Judentum.

Im Jahr 195 besetzte Septimius Severus Adiabene und erhielt den Titel Parthicus Adiabenicus. Vologaeses IV. eroberte Adiabene zurück und bestrafte den lokalen König Narses wegen der unterlassenen Hilfe bei einem Feldzug im Osten des Reiches. Arbil wurde wie das gesamte Gebiet in den römisch-parthischen Kriegen oft umkämpft. 216 eroberte Caracalla die Stadt. Die Römer plünderten königliche parthische Gräber.

Nach der Revolte des Ardaschir I. im Jahr 222 gegen die Parther und der Etablierung des Sassanidischen Reiches wurde Arbil für 400 Jahre Teil des neuen Reiches. Arbil wurde von einem Gouverneur (Mittelpersisch: Mowbed) regiert. Einer dieser Gouverneure war der Kronprinz Chosrau II.. Die Sassaniden zeigten sich generell tolerant gegen Christen, so dass Arbil auch Sitz eines Metropoliten der Kirche des Ostens war. Die Christianisierung des nördlichen Mesopotamien ging oft von Arbil aus.

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Deutsche Experten untersuchen Grabstätte in Arbil

Im Mai 2009 entdeckten Bewohner bei Bauarbeiten nahe der Zitadelle von Arbil/Irak eine antike Grabgruft. Mitarbeiter der örtlichen Antikenverwaltung reinigten die Stätte und bargen Keramikgefäße und Metallschmuck, die den Toten als persönliche Grabbeigaben und zur Durchführung des Totenrituals mit gegeben worden waren.

Auf Vermittlung der Außenstelle Arbil der Deutschen Botschaft im Irak und auf Einladung der Antikenverwaltung der föderalen Region Kurdistan - Irak reisten Frau Dr. Margarete van Ess und Dr. Arnulf Hausleiter, Mitarbeiter der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts nach Arbil, um die lokale Antikenverwaltung bei der professionellen Dokumentation der Grabgruft und ihrer Beigaben zu unterstützen.

Bei dem Fund handelt es sich um eine typisch assyrische, aus Backsteinen gebaute Grabgruft, wie sie normalerweise unter den Fußböden von Häusern oder Palästen angelegt wurden. Die Gruft war zwar in der Antike - wohl ihrer Edelmetall-Beigaben - beraubt worden, seitdem aber unberührt und gut erhalten geblieben. Anhand der beigegebenen Keramikgefäße kann ihre letzte Nutzung in das 8-7. Jahrhundert vor Christus datiert werden.

Der Fund ist historisch wichtig, da die politische Bedeutung Arbils seit mindestens dem 3. Jahrtausend vor Christus zwar aus textlichen Erwähnungen bekannt ist, es jedoch an archäologischen Nachweisen mangelt. Bedeutsam ist auch, dass die Gruft nicht im Bereich der berühmten Zitadelle, sondern nahebei an deren Fuß gefunden wurde. Die Frage, ob sie im Bereich eines assyrischen Wohngebiets oder eines Repräsentationsbaus liegt oder doch zu einem Friedhof gehörte, können erst weitere Untersuchungen klären.

Im Anschluss an diese erfolgreiche Zusammenarbeit plant das Deutsche Archäologische Institut, in Zusammenarbeit mit weiteren deutschen Institutionen, seine Arbeit im Irak auch auf die föderale Region Kurdistan - Irak auszudehnen und hierzu Kooperationen mit den örtlichen Behörden und Universitäten einzugehen. Die Kooperation soll vor allem auch der Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, sowohl deutscher wie irakischer archäologischer Institutionen und Universitäten dienen.

Antike Grabgruft
Keramikgefäße
Die Höhle der Shanidar ist im Zagros-Gebirge Kurdistans im Irak befinden. Es wurde zwischen 1957-1961 von Ralph Solecki und sein Team von der Columbia University ausgegraben und gab den ersten Erwachsenen Neandertaler-Skeletten im Irak, aus dem Zeitraum von 60-80,000 Jahr

Öffnet externen Link in neuem FensterSchanidar