Aufgrund der politischen Situation der kurdischen Region nach 1991 und der Entstehung der kurdischen Verwaltung, wurde in den drei kurdischen Provinzen, Arbil, Sulaymaniya und Duhok, teilweise auch das Bildungswesen reformiert. Im Jahr 2007 organisierte das Bildungsministerium der Region Kurdistan eine Konferenz, die dazu führte, dass das Bildungssystem strukturell an einige europäische Systeme angepasst wird. Die allgemeinen Prüfungen im sechsten und neunten Schuljahr wurden abgeschafft. Viele neue Schulbücher sind aus dem Englischen übersetzt. Die englische Sprache ist ab dem ersten Schuljahr in das Schulprogramm integriert. Die Lehrerausbildung ist anspruchsvoller geworden. In der Region Kurdistan wurden für das Schuljahr 2007-2008 insgesamt 1.193.968 Schüler angemeldet.
Am 5. Oktober 2009 wurden in der Stadt Arbil und am 7. Oktober 2009 in Suleymaniyya Französische Schulen eröffnet, die nach Danielle Mitterrand benannt worden sind. Die Studiengebühren fürs erste Semester betragen pro Student 2.400 US-Dollar, für die späteren Semestern dann 2000 US-Dollar.
Am Anfang war die Weisheit: Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, dann muss der Prophet eben zum Berg. ?Unser Ziel war es?, sagt Dr. Yousif Assaf, ?für die Studenten, die in Europa studieren wollen, Europa nach Kurdistan zu bringen.? Zwei Jahre ist es nun her, dass er damit begonnen hat. Dr. Yousif Assaf eröffnete 2007 in Arbil eine private Universität: die Libanesisch-Französische Universität für Verwaltungswissenschaften (BMU). ?Unsere Dozenten und Professoren sind aus dem Ausland. Die Curricula und die pädagogischen Methoden sind ähnlich wie in Europa.? Dr. Yousif Assaf ist überzeugt: ?Das ist es, was sich die Studenten wünschen.?
Die Zahl der Immatrikulationen gibt dem Präsidenten der BMU recht. "Für das Studienjahr 2008/2009 haben sich rund 6.000 Studenten an den privaten Universitäten in der Föderalen Region Kurdistan-Irak eingeschrieben", sagt Dr. Himdad Abdulqahar, der zuständige Generaldirektor für private Universitäten im Hochschulministerium der Region. Tendenz steigend. ?Es ist zu erwarten?, sagt der Generaldirektor, ?dass sich diese Zahl in den kommenden Jahren noch vervielfacht.?
<cite id="zwischentitel_grau">Bildung boomt</cite>
Denn das Geschäft mit der privaten Bildung hat gerade erst begonnen. Im Jahr 2006 eröffnete mit der Kurdistan-Hewler Universität die erste englischsprachige Hochschule in Arbil. Ein Jahr später folgten die Cihan-Universität und die Libanesisch-Französische Universität von Dr. Yousif Assaf. Im Jahr 2008 dann wurde mit der Unterstützung des irakischen Präsidenten Jalal Talabani und des Premierministers der Föderalen Region Kurdistan-Irak Nechirvan Barzani in der Stadt Sulaymaniya eine amerikanische Universität gegründet.
Seit ٍNov.2008 gibt es ein Goethe-Institut in Erbil in Irakisch-Kurdistan.
Es ist das erste Kulturzentrum in der Hauptstadt des kurdischen Autonomiegebiets und will den Irakern deutsche Kultur nahebringen - von Klassikern wie Goethe und Schiller bis hin zu deutschem Pop.
Von der Bevölkerung wird dieser Vorposten deutscher Kulturarbeit offenbar gut angenommen. Viele Iraker nutzen die Gelegenheit, um hier deutsch zu lernen.